
Chronik der Raiffeisenbank eG
Die nachfolgende Chronik wurde der Jubiläumsfestschrift anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Bank aus dem Jahre 1995 entnommen.
Aufgaben und Ziele der jungen Genossenschaft
Die junge Genossenschaft hatte vor allen Dingen drei Ziele in ihr Programm aufgenommen:
1. Den Sparsinn der Dorfbevölkerung zu wecken und die unnütz in den Häusern liegenden Gelder zu sammeln.
2. Mit Hilfe dieses Kapitals die Entschuldung der Landwirtschaft zu fördern.
3. Durch Gewährung von Krediten den Weg zu neuem wirtschaftlichem Aufbau zu ebnen.
Die Umsetzung dieser Ziele wurde durch die Auswirkungen der industriellen Revolution noch unterstützt. Die Erfindungen der Dampflokomotive, des Motors und die Nutzbarmachung der Elektrizität ergaben neue ungeahnte Möglichkeiten, auch für die heimische Wirtschaft. Es wurde endlich möglich, auch Massengüter aus den Überschussgebieten auf dem Landweg direkt in die Bedarfsgebiete zu bringen.
Die Inflationsjahre
Mit den verbesserten Verkehrsmöglichkeiten nahm nun auch der Handel einen raschen Aufschwung, der durch den Ersten Weltkrieg, 1914/18, und die nachfolgenden Inflationsjahre eine jähe Unterbrechung erfuhr. Gerade die Grenzgebiete wurden hierdurch besonders hart getroffen.
Das Jahr 1915 beendete die Spar- und Darlehnskasse Karken mit 256 Mitgliedern und einer Bilanzsumme von 646.000,- Reichsmark. Das Eigenkapital war mittlerweile auf 20.000,- Reichsmark angewachsen und es wurde ein Gewinn von 2.500,- Reichsmark erwirtschaftet.
Die Rentenmark
Am 25. November 1923 stoppte die Reichsbank die Notenpresse und führte die Rentenmark ein. Eine Billion Mark entsprachen einer Rentenmark. Das Geld war schlagartig knapp und teuer geworden. Auf der einen Seite war die Bevölkerung aufgrund der schlechten Erfahrungen der Jahre nicht bereit zu sparen, auf der anderen Seite wurden jedoch immer mehr Kredite gebraucht, um vor allem die katastrophale Lage in der Landwirtschaft zu kompensieren.
Durch den Währungsschnitt fiel die Bilanzsumme der Spar - und Darlehnskasse Karken von 640.000,- Reichsmark (1915) auf 166.000,- Rentenmark (1925).
In der nachfolgenden Deflation, in Verbindung mit der Weltwirtschaftskrise von 1931, herrschte jahrelang ein starker Konjunkturrückgang, verbunden mit großer Arbeitslosigkeit, die sich erst im Dritten Reich durch das Arbeitsbeschaffungsprogramm wieder rückläufig entwickelte. Ein Großteil dieser Arbeitsplätze wurde hierbei in der Rüstungsindustrie geschaffen.
Der Zweite Weltkrieg
Der Zweite Weltkrieg brachte die deutsche Volkswirtschaft mit ihren zerbombten und ausgebrannten Produktionsstätten an den Rand des Abgrundes. Die ersten Nachkriegsjahre stehen gleichbedeutend für Hunger und mühsamen Wiederaufbau.
Das deutsche Wirtschaftswunder
Die Spar- und Darlehnskasse Karken schloss das Jahr 1948 mit einer Bilanzsumme von DM 250.000,- ab. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Bank von 379 Mitgliedern getragen. Dank der hohen Leistungsbereitschaft und der großen Sparsamkeit der Bürger wuchsen die Wirtschaft und damit der Wohlstand rasch an. Mit einer Steigerung des Bruttosozialproduktes von 100 Mrd. DM 1949, auf 600 Mrd. DM 1968, sprach man mit Recht vom deutschen Wirtschaftswunder, das einen reibungslosen Strukturwandel bis hin in unsere ländlichen Gemeinden ermöglichte.
An dieser Entwicklung nahm auch die Spar- und Darlehnskasse Karken durch eine solide und umsichtige Geschäftspolitik teil, so dass sich die Bilanzsumme 1954 bereits auf 729.000,- DM belief, fast eine Verdreichfachung gegenüber 1949.
Die Fusionsjahre
Um den dadurch zwangsläufig steigenden Anforderungen von Kunden und Mitgliedern gerecht zu werden, beschloss die Generalversammlung der Spar- und Darlehnskasse Karken 1961 ein Zusammengehen mit der bis dahin selbständigen Spar- und Darlehnskasse Kempen. Noch im selben Jahr erfolgte die Umfirmierung in Raiffeisenbank Karken-Kempen.
Dieser Schritt war richtungsweisend für die weitere Entwicklung unserer Bank in den folgenden Jahren. Eine langjährige enge Zusammenarbeit mit Nachbargenossenschaften sowie die Erfüllung des gesetzlichen Auftrages zur wirtschaftlichen Förderung und Betreuung der Mitglieder führte bereits 1966 zu einer erneuten Fusion, diesmal mit der Spar- und Darlehnskasse Birgelen.
Weitere Fusionen folgten
1970: mit den Spar- und Darlehnskassen Effeld-Ophoven und Braunsrath-Laffeld
1972: mit der Spar und Darlehnskasse Waldfeucht-Breberen
Durch die große Fusion 1978 mit der Spar- und Darlehnskasse Kirchhoven wurde ein weiterer verlässlicher Stützpfeiler und Mitstreiter für Friedrich Wilhelm Raiffeisens fundamentale demokratische Prinzipien Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung gefunden.
Die Raiffeisenbank verfügte nun über zwölf Geschäftsstellen, die Mitgliedern und Kunden umfassende Beratung und qualifizierten Service boten. Gleichzeitig war man auch im Warengeschäft tätig.
Entgegen den Anfängen der Genossenschaft, als die Anzahl der Mitglieder überschaubar war und die Lebensstandard der Mitglieder kennzeichnenden Bilanzpositionen wie z.B. Einlagen, Kredite oder Eigenkapital noch in Tausendern angegeben wurden, wies die Raiffeisenbank im Jahre 1986 eine Bilanzsumme von 175 Mio. DM aus, der Umsatz betrug nahezu 2 Mrd. DM und es wurden mehr als 3.900 Mitglieder aller Bevölkerungsgruppen und Berufssparten betreut.
Ein Beweis dafür, dass die Raiffeisenbank dem verstärkten Bedürfnis vieler Mitbürger nach Mitgestaltung, aber auch Mitverantwortung gerecht wurde und immer noch wird.
Die Lebensgewohnheiten und der Lebensstandard der Mitglieder und Kunden hatten sich gewandelt. Hatte sich die junge Genossenschaft 1895 vorgenommen, den Sparsinn der Dorfbewohner zu wecken, die unnütz in den Häusern liegenden Gelder zu sammeln, mit Hilfe dieses Kapitals die Entschuldung der Landwirtschaft zu fördern und durch Kreditgewährung den Weg zu neuem wirtschaftlichen Aufbau zu ebnen, so hatten die Mitglieder und Kunden nun wesentlich komplexere Erwartungen.
Eine schnelle, unbürokratische Abwicklung des Zahlungsverkehrs sowie ein breites Angebot von Produktion und Dienstleistungen, verbunden mit dem Einsatz modernster Computertechniken standen im Mittelpunkt. Zudem verlangte die Vielschichtigkeit der Bankgeschäfte mittlerweile die individuelle Kundenberatung durch kompetente Fachkräfte. Nur so konnte der Anspruch, der Problemlöser in allen Finanzangelegenheiten, speziell auch für den gewerblichen und privaten Mittelstand zu sein, durch unsere Bank aufrechterhalten werden.
Die europäische Herausforderung
Die guten nachbarschaftlichen Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland zu ihren geographischen Nachbarn, vor allem vor dem Hintergrund der ständig steigenden Exporte, gaben bereits in den 80er Jahren Denkanstöße für einen europäischen Handels- und Wirtschaftsraum. Doch es sollten noch einige Jahre vergehen, bis diese Wunschvorstellung des europäischen Binnenmarktes realisiert werden konnte.
Durch die Fusion mit der Spar- und Kreditbank Heinsberg, die 1895 als Dremmener Darlehnskassenverein gegründet wurde, nahm man diese Herausforderung 1991, durch Unterzeichnung des Verschmelzungsvertrages, an. Durch die Beibehaltung aller, mittlerweile 14 Geschäftsstellen, wurde die bewährte Kundennähe im gesamten Geschäftsbereich der Bank erhalten. Auch wirtschaftlich stand man mit einer Bilanzsumme von mehr als 330 Mio. DM und fast 5.800 Mitgliedern auf gesunden Füßen, gerüstet, den gestiegenen Anforderungen des Marktes gerecht zu werden.
Zum 100jährigen Bestehen im Jahr 1995 konnte man ein Bilanzvolumen von 475 Millionen DM aufweisen. Mit inzwischen 120 Mitarbeitern kümmerte sich die Bank in 14 Geschäftsstellen um die Finanzangelegenheiten von 28.000 Mitgliedern und Kunden.
Das Wachstum der Raiffeisenbank war nicht mehr aufzuhalten und erforderte schon bald neue Räumlichkeiten, in denen nicht nur mehr Entfaltungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter gegeben waren, sondern in die auch neueste Technik Einzug halten konnte. Die alten Traditionen einer Genossenschaftsbank immer im Auge behaltend hat man mit dem Bezug des neuen Baratungs - und Dienstleistungszentrums im Jahr 1998 flexibel auf Marktveränderungen reagiert. Ein Muss, wenn man seinen Erfolg auf Dauer am Markt fortsetzen möchte. Beim Bau des neuen Gebäudes, das eine
Bruttogeschossfläche von 4.500 Quadratmetern und eine Büronutzungsfläche von 2.900 Quadratmetern bietet, war natürlich der Leitspruch „Wir machen den Weg frei“ Programm und Auftrag zugleich. Ziele waren der Ausbau und die kontinuierliche Steigerung des Beratungs- und Serviceangebotes, verbunden mit einer hohen Qualität der Finanzdienstleistungen sowie kurzer Entscheidungs - und Kommunikationswege. Resultat dieser Bemühungen war denn auch, dass die
Verbundpartner von Schwäbisch Hall, der R+V-Versicherung und der Raiffeisen-Immobilien GmbH gemeinsam mit den Bankmitarbeitern unter einem Dach saßen.
Zwei zum Jahrtausendwechsel anstehende Herausforderungen wurden fantastisch bewältigt. Der zum Wechsel vom Jahr 1999 ins Millenniumjahr 2000 befürchtete Computercrash blieb dank ausgezeichneter Vorarbeit der EDV -Spezialisten ohne die prophezeiten Folgen und auch im Jahr der Euroeinführung war man als moderne Bank der logistischen Herausforderung gewachsen. Gewaltige Mengen des neuen Geldes mussten vorgehalten werden, ähnlich große Kontingente des alten Geldes mussten angenommen und „entsorgt“ werden.
Im Jahr 2001 konnte man natürlich wieder ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr verzeichnen. Neu jedoch - erstmalig in Euro. (Bilanzgewinn 392.953,96 Euro). Und ein Jahr später - im Jahr 2002 - konnte eine weitere Neuerung präsentiert werden : Mit dem Kompetenzzentrum „Rund ums Haus“ sind die Spezialisten , die sich mit allen Facetten des Wohneigentums beschäftigen , in einem separaten Trakt des Beratungs- und Dienstleistungszentrums angesiedelt worden . Das bedeutet für die Kunden kurze Wege für eine umfassende Beratung auf allen Sektoren des Bauens .
Nach intensiven Überlegungen erfolgte im Oktober 2002 die Zusammenlegung verschiedener Geschäftsstellen. Die Kunden der Geschäftsstelle Effeld wurden ab sofort in Birgelen betreut, die Kempener Kunden in Karken. Für die Kunden aus Laffeld war ab diesem Zeitpunkt das Beratungs - und Dienstleistungszentrum zuständig, um die Kunden aus Porselen kümmerten sich fortan die Mitarbeiter der Geschäftsstelle Dremmen.
Doch fit für die Zukunft zu sein, heißt auch, sich im Markt noch erfolgreicher zu positionieren - und da reichen Zusammenlegungen nun einmal nicht aus . Deshalb wurden im Jahr 2002 auch die ersten Gespräche mit der Raiffeisenbank Selfkant eG mit dem Ziel eines Zusammenschlusses aufgenommen.
Mit dem Umbau der Geschäftsstelle Birgelen wurde im Jahr 2003 ein entscheidender Schritt zur Stärkung unserer Wettbewerbs - und Leistungsfähigkeit unternommen. Ein Schritt der nicht ohne Folgen blieb , denn andere Geschäftsstellen kamen auf den Prüfstand und dadurch auf die Liste der zu renovierenden Häuser. Im Jahr 2003 kam auch die Umstellung vom alten Doppelzeichen auf das neue bundesweit einheitliche Bankenlogo . Schrittweise wurden unsere Geschäftsstellen mit dem Logo, das das Zusammenwachsen der Bankengruppe symbolisieren soll, ausgestattet.
Die Aufsichtsräte und Vorstände der Raiffeisenbank eG , Heinsberg und der Raiffeisenbank Selfkant eG haben am 28. Februar 2005 einen Verschmelzungsvertrag unterzeichnet. Damit wurde die erste wichtige Weiche für die Fusion der beiden Banken gestellt . Einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung „Bankenehe“ unternahmen die bis dahin eigenständigen Banken mit den Abstimmungsergebnissen in den beiden Vertreterversammlungen am 19. Mai 2005 in der Bürgerhalle Hastenrath und am 23. Juni 2005 in der Heinsberger Begegnungsstätte. Mit dem Eintrag in das Genossenschaftsregister am 27. Juli 2005 war der Zusammenschluss schließlich perfekt. Am Wochenende des 15. und 16. Oktobers wurde die technische Fusion als Abschluss aller nötigen Formalitäten vorgenommen.
Die „Neue Bank“ gehörte zu diesem Zeitpunkt mit ihren 7.105 Mitgliedern zu den mitgliederstärksten wirtschaftlichen Vereinigungen im Kreis Heinsberg . Als dritter Mann im Vorstand arbeitete neben den bisherigen Vorstandsmitgliedern Herbert Himmels und Hans-Hubert Hermanns nun auch Dieter Slangen.
Dem Komplettumbau der Birgelener Geschäftsstelle folgten am 24. April 2006 die feierliche Eröffnung der neuen Geschäftsstelle in Dremmen und am 22. Juni 2006 die Inbetriebnahme der neuen Räume in Höngen . Und auch das Jahr 2007 hat bereits die erste kleine Sensation aufzuweisen . Die antiquierte und überdimensionierte Geschäftsstelle in Oberbruch ist nach ihrem Umbau nicht mehr wiederzuerkennen und wurde mit einem kleinen Festakt am 17. Mai 2006 ihrer
Bestimmung übergeben.
Bei der Vertreterversammlung am 12. Juni 2007 wurden die gewählten Mitgliedervertreter über Pläne für eine Fusion mit der Raiffeisenbank eG , Geilenkirchen, informiert.
Am darauf folgenden Tag wurde die Eröffnung der im Stile des neuen Konzeptes umgebauten Geschäftsstelle in Kirchhoven gefeiert .
Die junge Genossenschaft hatte vor allen Dingen drei Ziele in ihr Programm aufgenommen:
1. Den Sparsinn der Dorfbevölkerung zu wecken und die unnütz in den Häusern liegenden Gelder zu sammeln.
2. Mit Hilfe dieses Kapitals die Entschuldung der Landwirtschaft zu fördern.
3. Durch Gewährung von Krediten den Weg zu neuem wirtschaftlichem Aufbau zu ebnen.
Die Umsetzung dieser Ziele wurde durch die Auswirkungen der industriellen Revolution noch unterstützt. Die Erfindungen der Dampflokomotive, des Motors und die Nutzbarmachung der Elektrizität ergaben neue ungeahnte Möglichkeiten, auch für die heimische Wirtschaft. Es wurde endlich möglich, auch Massengüter aus den Überschussgebieten auf dem Landweg direkt in die Bedarfsgebiete zu bringen.
Die Inflationsjahre
Mit den verbesserten Verkehrsmöglichkeiten nahm nun auch der Handel einen raschen Aufschwung, der durch den Ersten Weltkrieg, 1914/18, und die nachfolgenden Inflationsjahre eine jähe Unterbrechung erfuhr. Gerade die Grenzgebiete wurden hierdurch besonders hart getroffen.
Das Jahr 1915 beendete die Spar- und Darlehnskasse Karken mit 256 Mitgliedern und einer Bilanzsumme von 646.000,- Reichsmark. Das Eigenkapital war mittlerweile auf 20.000,- Reichsmark angewachsen und es wurde ein Gewinn von 2.500,- Reichsmark erwirtschaftet.
Die Rentenmark
Am 25. November 1923 stoppte die Reichsbank die Notenpresse und führte die Rentenmark ein. Eine Billion Mark entsprachen einer Rentenmark. Das Geld war schlagartig knapp und teuer geworden. Auf der einen Seite war die Bevölkerung aufgrund der schlechten Erfahrungen der Jahre nicht bereit zu sparen, auf der anderen Seite wurden jedoch immer mehr Kredite gebraucht, um vor allem die katastrophale Lage in der Landwirtschaft zu kompensieren.
Durch den Währungsschnitt fiel die Bilanzsumme der Spar - und Darlehnskasse Karken von 640.000,- Reichsmark (1915) auf 166.000,- Rentenmark (1925).
In der nachfolgenden Deflation, in Verbindung mit der Weltwirtschaftskrise von 1931, herrschte jahrelang ein starker Konjunkturrückgang, verbunden mit großer Arbeitslosigkeit, die sich erst im Dritten Reich durch das Arbeitsbeschaffungsprogramm wieder rückläufig entwickelte. Ein Großteil dieser Arbeitsplätze wurde hierbei in der Rüstungsindustrie geschaffen.
Der Zweite Weltkrieg
Der Zweite Weltkrieg brachte die deutsche Volkswirtschaft mit ihren zerbombten und ausgebrannten Produktionsstätten an den Rand des Abgrundes. Die ersten Nachkriegsjahre stehen gleichbedeutend für Hunger und mühsamen Wiederaufbau.
Das deutsche Wirtschaftswunder
Die Spar- und Darlehnskasse Karken schloss das Jahr 1948 mit einer Bilanzsumme von DM 250.000,- ab. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Bank von 379 Mitgliedern getragen. Dank der hohen Leistungsbereitschaft und der großen Sparsamkeit der Bürger wuchsen die Wirtschaft und damit der Wohlstand rasch an. Mit einer Steigerung des Bruttosozialproduktes von 100 Mrd. DM 1949, auf 600 Mrd. DM 1968, sprach man mit Recht vom deutschen Wirtschaftswunder, das einen reibungslosen Strukturwandel bis hin in unsere ländlichen Gemeinden ermöglichte.
An dieser Entwicklung nahm auch die Spar- und Darlehnskasse Karken durch eine solide und umsichtige Geschäftspolitik teil, so dass sich die Bilanzsumme 1954 bereits auf 729.000,- DM belief, fast eine Verdreichfachung gegenüber 1949.
Die Fusionsjahre
Um den dadurch zwangsläufig steigenden Anforderungen von Kunden und Mitgliedern gerecht zu werden, beschloss die Generalversammlung der Spar- und Darlehnskasse Karken 1961 ein Zusammengehen mit der bis dahin selbständigen Spar- und Darlehnskasse Kempen. Noch im selben Jahr erfolgte die Umfirmierung in Raiffeisenbank Karken-Kempen.
Dieser Schritt war richtungsweisend für die weitere Entwicklung unserer Bank in den folgenden Jahren. Eine langjährige enge Zusammenarbeit mit Nachbargenossenschaften sowie die Erfüllung des gesetzlichen Auftrages zur wirtschaftlichen Förderung und Betreuung der Mitglieder führte bereits 1966 zu einer erneuten Fusion, diesmal mit der Spar- und Darlehnskasse Birgelen.
Weitere Fusionen folgten
1970: mit den Spar- und Darlehnskassen Effeld-Ophoven und Braunsrath-Laffeld
1972: mit der Spar und Darlehnskasse Waldfeucht-Breberen
Durch die große Fusion 1978 mit der Spar- und Darlehnskasse Kirchhoven wurde ein weiterer verlässlicher Stützpfeiler und Mitstreiter für Friedrich Wilhelm Raiffeisens fundamentale demokratische Prinzipien Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung gefunden.
Die Raiffeisenbank verfügte nun über zwölf Geschäftsstellen, die Mitgliedern und Kunden umfassende Beratung und qualifizierten Service boten. Gleichzeitig war man auch im Warengeschäft tätig.
Entgegen den Anfängen der Genossenschaft, als die Anzahl der Mitglieder überschaubar war und die Lebensstandard der Mitglieder kennzeichnenden Bilanzpositionen wie z.B. Einlagen, Kredite oder Eigenkapital noch in Tausendern angegeben wurden, wies die Raiffeisenbank im Jahre 1986 eine Bilanzsumme von 175 Mio. DM aus, der Umsatz betrug nahezu 2 Mrd. DM und es wurden mehr als 3.900 Mitglieder aller Bevölkerungsgruppen und Berufssparten betreut.
Ein Beweis dafür, dass die Raiffeisenbank dem verstärkten Bedürfnis vieler Mitbürger nach Mitgestaltung, aber auch Mitverantwortung gerecht wurde und immer noch wird.
Die Lebensgewohnheiten und der Lebensstandard der Mitglieder und Kunden hatten sich gewandelt. Hatte sich die junge Genossenschaft 1895 vorgenommen, den Sparsinn der Dorfbewohner zu wecken, die unnütz in den Häusern liegenden Gelder zu sammeln, mit Hilfe dieses Kapitals die Entschuldung der Landwirtschaft zu fördern und durch Kreditgewährung den Weg zu neuem wirtschaftlichen Aufbau zu ebnen, so hatten die Mitglieder und Kunden nun wesentlich komplexere Erwartungen.
Eine schnelle, unbürokratische Abwicklung des Zahlungsverkehrs sowie ein breites Angebot von Produktion und Dienstleistungen, verbunden mit dem Einsatz modernster Computertechniken standen im Mittelpunkt. Zudem verlangte die Vielschichtigkeit der Bankgeschäfte mittlerweile die individuelle Kundenberatung durch kompetente Fachkräfte. Nur so konnte der Anspruch, der Problemlöser in allen Finanzangelegenheiten, speziell auch für den gewerblichen und privaten Mittelstand zu sein, durch unsere Bank aufrechterhalten werden.
Die europäische Herausforderung
Die guten nachbarschaftlichen Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland zu ihren geographischen Nachbarn, vor allem vor dem Hintergrund der ständig steigenden Exporte, gaben bereits in den 80er Jahren Denkanstöße für einen europäischen Handels- und Wirtschaftsraum. Doch es sollten noch einige Jahre vergehen, bis diese Wunschvorstellung des europäischen Binnenmarktes realisiert werden konnte.
Durch die Fusion mit der Spar- und Kreditbank Heinsberg, die 1895 als Dremmener Darlehnskassenverein gegründet wurde, nahm man diese Herausforderung 1991, durch Unterzeichnung des Verschmelzungsvertrages, an. Durch die Beibehaltung aller, mittlerweile 14 Geschäftsstellen, wurde die bewährte Kundennähe im gesamten Geschäftsbereich der Bank erhalten. Auch wirtschaftlich stand man mit einer Bilanzsumme von mehr als 330 Mio. DM und fast 5.800 Mitgliedern auf gesunden Füßen, gerüstet, den gestiegenen Anforderungen des Marktes gerecht zu werden.
Zum 100jährigen Bestehen im Jahr 1995 konnte man ein Bilanzvolumen von 475 Millionen DM aufweisen. Mit inzwischen 120 Mitarbeitern kümmerte sich die Bank in 14 Geschäftsstellen um die Finanzangelegenheiten von 28.000 Mitgliedern und Kunden.
Das Wachstum der Raiffeisenbank war nicht mehr aufzuhalten und erforderte schon bald neue Räumlichkeiten, in denen nicht nur mehr Entfaltungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter gegeben waren, sondern in die auch neueste Technik Einzug halten konnte. Die alten Traditionen einer Genossenschaftsbank immer im Auge behaltend hat man mit dem Bezug des neuen Baratungs - und Dienstleistungszentrums im Jahr 1998 flexibel auf Marktveränderungen reagiert. Ein Muss, wenn man seinen Erfolg auf Dauer am Markt fortsetzen möchte. Beim Bau des neuen Gebäudes, das eine
Bruttogeschossfläche von 4.500 Quadratmetern und eine Büronutzungsfläche von 2.900 Quadratmetern bietet, war natürlich der Leitspruch „Wir machen den Weg frei“ Programm und Auftrag zugleich. Ziele waren der Ausbau und die kontinuierliche Steigerung des Beratungs- und Serviceangebotes, verbunden mit einer hohen Qualität der Finanzdienstleistungen sowie kurzer Entscheidungs - und Kommunikationswege. Resultat dieser Bemühungen war denn auch, dass die
Verbundpartner von Schwäbisch Hall, der R+V-Versicherung und der Raiffeisen-Immobilien GmbH gemeinsam mit den Bankmitarbeitern unter einem Dach saßen.
Zwei zum Jahrtausendwechsel anstehende Herausforderungen wurden fantastisch bewältigt. Der zum Wechsel vom Jahr 1999 ins Millenniumjahr 2000 befürchtete Computercrash blieb dank ausgezeichneter Vorarbeit der EDV -Spezialisten ohne die prophezeiten Folgen und auch im Jahr der Euroeinführung war man als moderne Bank der logistischen Herausforderung gewachsen. Gewaltige Mengen des neuen Geldes mussten vorgehalten werden, ähnlich große Kontingente des alten Geldes mussten angenommen und „entsorgt“ werden.
Im Jahr 2001 konnte man natürlich wieder ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr verzeichnen. Neu jedoch - erstmalig in Euro. (Bilanzgewinn 392.953,96 Euro). Und ein Jahr später - im Jahr 2002 - konnte eine weitere Neuerung präsentiert werden : Mit dem Kompetenzzentrum „Rund ums Haus“ sind die Spezialisten , die sich mit allen Facetten des Wohneigentums beschäftigen , in einem separaten Trakt des Beratungs- und Dienstleistungszentrums angesiedelt worden . Das bedeutet für die Kunden kurze Wege für eine umfassende Beratung auf allen Sektoren des Bauens .
Nach intensiven Überlegungen erfolgte im Oktober 2002 die Zusammenlegung verschiedener Geschäftsstellen. Die Kunden der Geschäftsstelle Effeld wurden ab sofort in Birgelen betreut, die Kempener Kunden in Karken. Für die Kunden aus Laffeld war ab diesem Zeitpunkt das Beratungs - und Dienstleistungszentrum zuständig, um die Kunden aus Porselen kümmerten sich fortan die Mitarbeiter der Geschäftsstelle Dremmen.
Doch fit für die Zukunft zu sein, heißt auch, sich im Markt noch erfolgreicher zu positionieren - und da reichen Zusammenlegungen nun einmal nicht aus . Deshalb wurden im Jahr 2002 auch die ersten Gespräche mit der Raiffeisenbank Selfkant eG mit dem Ziel eines Zusammenschlusses aufgenommen.
Mit dem Umbau der Geschäftsstelle Birgelen wurde im Jahr 2003 ein entscheidender Schritt zur Stärkung unserer Wettbewerbs - und Leistungsfähigkeit unternommen. Ein Schritt der nicht ohne Folgen blieb , denn andere Geschäftsstellen kamen auf den Prüfstand und dadurch auf die Liste der zu renovierenden Häuser. Im Jahr 2003 kam auch die Umstellung vom alten Doppelzeichen auf das neue bundesweit einheitliche Bankenlogo . Schrittweise wurden unsere Geschäftsstellen mit dem Logo, das das Zusammenwachsen der Bankengruppe symbolisieren soll, ausgestattet.
Die Aufsichtsräte und Vorstände der Raiffeisenbank eG , Heinsberg und der Raiffeisenbank Selfkant eG haben am 28. Februar 2005 einen Verschmelzungsvertrag unterzeichnet. Damit wurde die erste wichtige Weiche für die Fusion der beiden Banken gestellt . Einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung „Bankenehe“ unternahmen die bis dahin eigenständigen Banken mit den Abstimmungsergebnissen in den beiden Vertreterversammlungen am 19. Mai 2005 in der Bürgerhalle Hastenrath und am 23. Juni 2005 in der Heinsberger Begegnungsstätte. Mit dem Eintrag in das Genossenschaftsregister am 27. Juli 2005 war der Zusammenschluss schließlich perfekt. Am Wochenende des 15. und 16. Oktobers wurde die technische Fusion als Abschluss aller nötigen Formalitäten vorgenommen.
Die „Neue Bank“ gehörte zu diesem Zeitpunkt mit ihren 7.105 Mitgliedern zu den mitgliederstärksten wirtschaftlichen Vereinigungen im Kreis Heinsberg . Als dritter Mann im Vorstand arbeitete neben den bisherigen Vorstandsmitgliedern Herbert Himmels und Hans-Hubert Hermanns nun auch Dieter Slangen.
Dem Komplettumbau der Birgelener Geschäftsstelle folgten am 24. April 2006 die feierliche Eröffnung der neuen Geschäftsstelle in Dremmen und am 22. Juni 2006 die Inbetriebnahme der neuen Räume in Höngen . Und auch das Jahr 2007 hat bereits die erste kleine Sensation aufzuweisen . Die antiquierte und überdimensionierte Geschäftsstelle in Oberbruch ist nach ihrem Umbau nicht mehr wiederzuerkennen und wurde mit einem kleinen Festakt am 17. Mai 2006 ihrer
Bestimmung übergeben.
Bei der Vertreterversammlung am 12. Juni 2007 wurden die gewählten Mitgliedervertreter über Pläne für eine Fusion mit der Raiffeisenbank eG , Geilenkirchen, informiert.
Am darauf folgenden Tag wurde die Eröffnung der im Stile des neuen Konzeptes umgebauten Geschäftsstelle in Kirchhoven gefeiert .
